Herr Dr.

Florian Brückner

akademischer Mitarbeiter

Kontakt

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Keplerstraße 17
70174 Stuttgart
Deutschland
Raum: 8.048

Sprechstunde

nach vorheriger Anmeldung per E-Mail am
Freitag, 12. April, 15:30 bis 16:30 Uhr
Mittwoch, 24. April 11:30 bis 12:30 Uhr (Raum 8.048)

Florian Brückner studierte Neuere und Neueste Geschichte, Alte Geschichte und Philosophie an den Universitäten München und Helsinki. Mit einer als „Mythos und Wirklichkeit – Paul von Hindenburg in der Weimarer Republik“ betitelten Biographie absolvierte er unter der Leitung Prof. Dr. Horst Möllers am Institut für Zeitgeschichte sein Magisterstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. An der Universität Stuttgart wird Florian Brückner unter der Leitung Prof. Dr. Wolfram Pytas als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Auftrage eines von der DFG geförderten Drittmittelprojekts zu Biographie und Werk des soldatisch-nationalistischen Weltkriegsdichters Werner Beumelburg (1899-1963) promoviert.

  • Politik- und Kulturgeschichte des „langen 19. Jahrhunderts“ (1789-1914)
  • Politik- und Kulturgeschichte des „zweiten dreißigjährigen Krieges“ (1914-1945)
  • Methodische Interessen: Biographik, Literatur- und Geschichtstheorie

Zusammen mit Rolf Osterwald: Hans Osterwald. Direktor der Franckeschen Stiftungen (Halle/Saale) 1946-1950, in: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Osterwald, letzter Zugriff 4.11.2018, 9 S.

Von der Monarchie zur Republik. Beiträge zum politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Übergang in Hohenzollern, Baden und Württemberg zu Beginn der Weimarer Republik (1918-1923), Stuttgart 2017, 453 S. (Link zu den Beiträgen: https://www.leo-bw.de/themenmodul/von-der-monarchie-zur-republik)

Interview anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Novemberrevolution in Baden mit dem Badischen Tageblatt: https://documentcloud.adobe.com/link/track?uri=urn%3Aaaid%3Ascds%3AUS%3A66fbd4ed-2e80-44a8-8b9f-3aa174ce5f12

In der Literatur unbesiegt. Werner Beumelburg (1899-1963) - Kriegsdichter in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus (Zeit und Text, Bd. 23), Münster 2016.

Buchbesprechungen zur Biografie: https://documentcloud.adobe.com/link/track?uri=urn%3Aaaid%3Ascds%3AUS%3A66fbd4ed-2e80-44a8-8b9f-3aa174ce5f12 

Narrative Negotiations: Interpreting the Cultural Position of Jews in National(social)ist War Narratives from 1914 to 1945, in: Jason Crouthamel / Michael Geheran / Tim Grady / Julia Barbara Köhne (Hg.): Beyond inclusion and exclusion. Jewish experiences of the First World War in Central Europe. Oxford: Berghahn Books Ltd 2018, S. 362-394.

Schlachten im Schulheft und wilhelminische Schulpädagogik: Werner Beumelburgs Notabituraufsatz im Fach Deutsch vom 22. Juni 1916, in: Jahrbuch für Historische Bildungsforschung 22 (2017), S. 221-241.

Nationalsozialismus absconditus – literarische und biografische Verwerfungen in Leben und Spätwerk Werner Beumelburgs, in: Detlef Haberland (Hg.): Ästhetik und Ideologie 1945. Wandlung oder Kontinuität poetologischer Paradigmen deutschsprachiger Schriftsteller (= Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Bd. 67), Oldenburg 2017, S. 199-218.

Der Kriegsroman der Weimarer Republik. Methoden, Desiderata, Forschungsperspektiven, in: Sabina Becker (Hg.): Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik 17 (2015/2016), 175-199.

Dichtung und Wahrheit – Authentifizierungsstrategien, Verschleierung von Fiktionalität und politischer Wahrheitsanspruch im Kriegsroman der Weimarer Republik, in: Thomas Schneider / Claudia Glunz (Hg.): Dichtung und Wahrheit. Literarische Kriegsverarbeitung vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (=Krieg und Literatur / War and Literature 21), Osnabrück 2015, 53-66.

Politische Sinnvermittlungsprozesse in der Literatur. Zur rezeptionsästhetischen Bedeutung des literarischen Kriegsrealismus der 1920er Jahre, in: Wolfram Pyta / Jörg Lehmann (Hg.):  Krieg erzählen - Raconter la guerre. Darstellungsverfahren in Literatur und Historiographie nach den Kriegen von 1870/71 und 1914/18, Stuttgart 2014, 153-165.

Cultural turn und Erster Weltkrieg – Das Reichsarchiv und die literarische Politisierung des Kriegserlebnisses, in: Sabina Becker (Hg.): Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik 16 (2013/2014), 95-114.

Unternehmensstrategie Entnazifizierung

 Exkulpation und Vermögenskontrolle baden-württembergischer Familienunternehmen 1945 – 1952

Der Typus des selbstständigen, auf Rechtsstaatlichkeit und Konstitutionalismus pochenden bürgerlichen Unternehmers hatte seit Beginn des 19. Jahrhunderts den Initiator für die Liberalisierung und Demokratisierung des deutschen Südwestens gebildet. Imperiales Ausgreifen nach neuen Märkten 1914 sowie aktive Zerstörungsarbeit an der Weimarer Republik durch mittelständische und großindustrielle Unternehmer 1930/33 hatten dieses Selbstverständnis jedoch moralisch ‚insolvent‘ werden lassen. Unternehmer wie Hugo Boss, Ferdinand Porsche oder Alfred Breuninger – von Rüstungsindustriellen ganz zu schweigen – sahen sich in der NS-Zeit zu lukrativen, jedoch von staatlichen Lenkungsstellen der Zwangsbewirtschaftung abhängigen Auftragnehmern der Nationalsozialisten degradiert. Im Zuge der 1945 einsetzenden Entnazifizierungsverfahren hatte sich auch diese Berufsgruppe vor den Spruchkammern der 3 Nachfolgeländer Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu verantworten.

Während sich die unternehmensgeschichtliche Forschung in Einzelstudien intensiv der Nachkriegsentwicklung und erinnerungskulturellen Aufarbeitung deutscher Vorzeigebetriebe gewidmet hat, ist doch bislang nicht systematisch nach den eigentumsrechtlichen Hürden gefragt worden, die das Entnazifizierungsverfahren für all jene Unternehmer aufwarf, die sich mit dem NS-Regime eingelassen hatten. Denn bei einer Einstufung in die Kategorien „Hauptschuldiger“ und „Belasteter“ konnte unternehmerisches Vermögen durch eigens hierfür eingerichtete Ämter entzogen bzw. unternehmerische Tätigkeit von Seiten der alliierten Militärregierung für bis zu 10 Jahre untersagt werden. Zusammen mit dem ebenfalls unterbelichteten Komplex der Vermögenskontrolle verfügten die Behörden damit über eine scharfe Sanktionsmöglichkeit, indem sie Unternehmer an ihrer empfindlichsten Stelle – der Verfügung über ihr Eigentum – treffen konnten.

Das Projekt untersucht daher systematisch 200 südwestdeutsche Unternehmer aus Klein-, Mittel- und Großbetrieben, um deren Strategien zur „Schadensminimierung“ herauszuarbeiten und eventuelle Eingriffe in ihre unternehmerische Verfügungsgewalt zu konturieren.  Beschleunigten die Verfahren in zahlreichen Familienbetrieben womöglich auf der Führungsebene indirekt einen Demokratisierung und Liberalisierung zu Gute kommenden Generationenwechsel? Welche konkurrierenden Netzwerke bildeten sich zwischen ökonomisch abhängigen Städten und Unternehmen einerseits sowie den Institutionen der Entnazifizierung andererseits? Über welche betriebsinterne Handlungsmacht verfügten ferner die in Entnazifizierungskomitees vertretenen Betriebsräte gegenüber der Führungsspitze? Diesen Fragen geht die anvisierte Studie mithilfe wirtschaftssoziologischer sowie familiengeschichtlicher Methoden aus landesgeschichtlicher Perspektive nach.

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