200 Jahre Wohlfahrtswerk. Titelblatt der Buchhandelsausgabe.

Abt. Landesgeschichte

200 Jahre Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg.

An diesem Projekt zum „Forschenden Lehren und Lernen“ waren neben etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zahlreiche Studierende sowie Nachwuchsforscherinnen und -forscher beteiligt. Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Jubiläumsband zum 200jährigen Bestehen des Wohlfahrtswerks publiziert.
[Foto: Nomos Verlag.]

Im Jahr 2017 jährte sich die Gründung der Zentralleitung des Wohltätigkeitsvereins zum 200. Mal. Dieses Jubiläum wurde zum Anlass genommen, die Geschichte des Wohltätigkeitsvereins in einem Längsschnitt in den Blick zu nehmen und in einem Jubiläumsband zu publizieren. Denn trotz der großen Bedeutung, die die Zentralleitung und ihre Nachfolgerinstitutionen für die Sozialgeschichte (Baden-)Württembergs seit der Gründung im Jahr 1817 besessen haben, ist es bisher noch nicht zu einer umfangreichen wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesem Thema gekommen.

Ziel des landesgeschichtlichen Forschungs- und Publikationsprojektes war es, an zentralen Handlungsfeldern exemplarisch das soziale Engagement der Zentralleitung und ihrer Nachfolgeinstitutionen aufzuzeigen und in einem Jubiläumsband zu publizieren. Die chronologische Perspektive wurde dabei mit sachthematischen Schwerpunkten kombiniert.

Das Projekt widmete sich Fragen der Gründungsgeschichte der Zentralleitung des Wohltätigkeitsvereins, der geschlechterspezifischen Handlungsspielräume innerhalb der Zentralleitung, der württembergischen Rettungshausbewegung, des Gesundheitsmanagements der Zentralleitung zwischen Gründungszeit und Erstem Weltkrieg, der Industrieschulen, der Eingliederung der Zentralleitung in die neuen Rahmenbedingungen des Sozialstaats, des Umgangs mit der freien Wohlfahrtspflege nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, der Beteiligung der Zentralleitung und ihres Vorstands Karl Mailänder an der sogenannten Vernichtung lebensunwerten Lebens (auch: Aktion T-4), der Umgestaltung der Zentralleitung für das Stiftungs- und Anstaltswesen zum Landeswohlfahrtswerk, der Umwandlung des Wohlfahrtswerks in eine Stiftung des bürgerlichen Rechts, der Wohn- und Pflegeangebote zwischen ca. 1930 und 2015 sowie der Herausforderungen und Zukunftskonzeptionen, denen sich das Wohlfahrtswerk künftig wird stellen müssen.

Der Sammelband entstand auf Initiative der dargestellten Organisation selbst: Das Wohlfahrtswerk wünschte sich zum 200. Jahrestag seiner Gründung einen Jubiläumsband und regte die Abteilung Landesgeschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart zu entsprechenden Aktivitäten an. Realisiert wurde das Forschungs- und Publikationsprojekt im Rahmen eines Projekts zum „Forschenden Lehren und Lernen“ in der Abteilung Landesgeschichte des Historischen Instituts der Universität Stuttgart. Neben etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern waren zahlreiche Nachwuchsforscherinnen und -forscher an der Studie beteiligt: Im Nachgang zu einem Hauptseminar entstanden einige Abschlussarbeiten, deren überarbeitete Fassungen den Hauptteil der Publikation ausmachten. Der Sammelband wurde von Prof. Dr. Sabine Holtz herausgegeben, die meisten Autorinnen und Autoren absolvierten ein Geschichtsstudium an der Universität Stuttgart, promovierten oder lehren dort. Studierende waren überdies als Redakteure des Jubiläumsbandes tätig.

Dass der Jubiläumsband, trotz seiner Themenvielfalt, die Geschichte der Zentralleitung und ihrer Nachfolgeinstitutionen bis zum Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg nicht in Gänze abbilden konnte, versteht sich von selbst. Es entspräche dem Wunsch aller, die an diesem Jubiläumsband mitgewirkt haben, wenn die hier vorgelegten Forschungsergebnisse zu weiteren Studien anregten.

Sabine Holtz (Hrsg.): Hilfe zur Selbsthilfe. 200 Jahre Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg. Baden-Baden 2016. ISBN 978-3-8487-3260-9. Hardcover, 39,00 EUR.

 

200 Jahre Wohlfahrtswerk. (c) Nomos Verlag.
200 Jahre Wohlfahrtswerk. Titelblatt der Buchhandelsausgabe.

Projektleiterin

 

Univ.-Prof. Dr. Sabine Holtz

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