Unternehmensgeschichte

Univ.-Prof. Dr. Boris Gehlen - Die Unternehmensgeschichte untersucht die Geschichte von Unternehmen, d.h. die Geschichte bestimmter Organisationsformen wirtschaftlichen Handelns.

Das Fach Unternehmensgeschichte ist zum ersten eine eigenständige historische Teildisziplin, die ihren Gegenstand mit eigenen Erklärungsansätzen und eigenen theoretischen Erwägungen auf Basis von Archivquellen analysiert. Zum zweiten ist die Unternehmensgeschichte (in Deutschland) Teil der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und trägt ihren Teil dazu bei, sozioökonomische Entwicklungen historisch zu analysieren. Zum dritten fühlt sich die Unternehmensgeschichte der allgemeinen Geschichtswissenschaft zugehörig und greift daher u. a. Fragestellungen der Politik-, Kultur- und Technikgeschichte auf. Zum vierten schließlich ist Unternehmensgeschichte ein Brückenfach zur Volks- und Betriebswirtschaftslehre, zur Soziologie, zur Politikwissenschaft und zur Rechtswissenschaft. Gerade ihre Anschlussfähigkeit macht die Unternehmensgeschichte überaus vielfältig und spannend.

Die Ferry-Porsche-Stiftungsprofessur Unternehmensgeschichte der Universität Stuttgart verschreibt sich einer breiten theoriegeleiteten, historisch-kritischen, interdisziplinären und internationalen Perspektive mit zeitlichen Schwerpunkten auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie betrachtet und erklärt Unternehmen primär als ökonomische Akteure und fragt darauf aufbauend auch nach ihren politischen, sozialen und kulturellen Wirkungen.

Forschungsschwerpunkte sind u. a. Unternehmer- und Unternehmerinnen-Geschichte, Corporate Governance, Unternehmensorganisation, Unternehmensfinanzierung sowie Interessen- und Wirtschaftspolitik. Betrachtet werden dabei unterschiedliche Unternehmenstypen, z.B. kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Großunternehmen, Familienunternehmen, Business Groups, Multinationale Unternehmen und öffentliche bzw. öffentlich-rechtliche Unternehmen.

In der Lehre wird das Fach Unternehmensgeschichte in seiner vollen Breite vertreten. Neben den genannten Forschungsschwerpunkten behandeln die Veranstaltungen z. B. auch Fragen von Technik, Umwelt, Globalisierung, Strukturwandel, Marketing, Arbeitsbeziehungen, Ausbildung, Unternehmenskultur und Kommunikation.

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